Der Werdegang des SV Hubertus v 1954 e.V.

 

 

Der Schützenverein "Hubertus" von 1954 e.V. Hannover ist eigentlich einige Jahre älter als sein Vereinsname aussagt. Denn er ging aus der Schießsportabteilung des geselligen Verein Blau - Silber von 1948 e.V. hervor, der 1950 die Sparte Schießsport in sein Vereinsprogramm aufnahm. So prächtig der neue Zweig auch gedieh, die Umbenennung des Vereins in "Kameradschaft ehem. Reiter 13 e.V." setzte seinem Wachstum ein jähes Ende. Laut Beschluss des Landesschützenverbandes wurden militärische Namen im Schützenwesen nicht gestattet. Es blieb nur ein Weg: die Gründung eines selbständigen Schützenvereins, eben des Schützenvereins Hubertus. Wenn man so will, ist der Verein also aus einem gewissen Zwang heraus entstanden. Dass jedoch Klippen umschifft werden mussten, bevor der Verein überhaupt bestand, dass es in den ersten Jahren Krisen zu überwinden galt und dass er sich schließlich in einer Hochburg mit über 90 Schützenvereinen behauptet hat, das alles zeugt vom großen Eifer der Hubertus - Schützen.

Nach der Umbenennung 1953 in "Schießsportabteilung Reiter 13" rief der damalige 1. Vorsitzende Ernst Bock in einem Brief, alle Mitglieder auf, dem neu zu gründenden Schützenverein Hubertus beizutreten.
So kam es zur Gründungsversammlung am 15. März 1954 in der Gastwirtschaft E: Schulz, Warmbüchenstr. 7 (Ecke Bertastr.), bei der 38 Schützen anwesend waren, von denen 35 bereits eine Aufnahmeerklärung abgegeben hatten. Mit einem dreifachen "Horrido" wurde die Gründung besiegelt.

Einigkeit herrschte auch über die Anschaffung einer Fahne, mit der Herstellung damals die Fa. Engelhardt beauftragt wurde. Da der Preis von 900,- DM die Möglichkeiten des jungen Vereins weit überstieg, lag eine Spendenliste aus. Zum ersten Stiftungsfest, welches am 16. März 1955 statt fand, war die Fahne fertig gestellt worden und erfuhr bei dieser Gelegenheit ihre Weihe durch den Präsidenten Hermann Wüstehoff.
Aber noch etwas war neu: Die Uniformen, die nun jeder angeschafft hatte, geschmückt natürlich mit Orden und Schützenschnüren, soweit erworben. Ebenso die Jungschützen, die jetzt Schulterstücke auf ihren weißen Hemden trugen.

Hauptereignis des Jahres 1959 war die Gründung einer "Damenabteilung" , wie es im Rundschreiben hieß. So beschlossenen auf der Jahreshauptversammlung im "Blauen Affen" am 16. Januar 1959.
Natürlich hatte es zuvor ausgiebige Diskussionen gegeben und wenn letztlich eine breite Mehrheit dafür gestimmt hatte, zeigt das aus heutiger Sicht, dass man goldrichtig lag. Die von den Kritikern befürchtete Zwistigkeiten traten nicht ein. Die Damen entwickelten, wie auch parallel im gesamten Schützenwesen, ein beachtliches Leistungsniveau und haben dank ihrer Erfolge ihren festen Platz im Verein.

Nach vielen Debatten hauptsächlich innerhalb des Vorstandes bezüglich der Satzung und den damit verbundenen Änderungen in den zurückliegenden Jahren wurde der Verein Anfang 1963 in das Vereinsregister des Amtsgericht Hannover eingetragen.

Im Zuge der Zeit wurde 1970 die Anschaffung einer neuen Uniform beschlossen: Zur schwarzen Hose bzw. Rock ein grüner Blazer mit Vereinsemblem. Weißes Hemd, grüne Krawatte sowie Hut mit Gamsbart blieben. Die Damen tragen weiße Blusen nebst Hut mit Federbusch.

Bemerkenswert ist aus dem Jahre 1983 der Diebstahl unserer Fahne aus dem Hauptfestzelt nach der
Bruchmeisterverpflichtu
ng. Was tun zum Schützenausmarsch? Unser langjähriger Fahnenträger Heinrich Tönnies trug statt der Fahne ein Plakat in Standartenform mit aufgeklebten Hubertus - Emblem und dem Text: Bitte nicht lachen! Unsere Fahne wurde am Freitag geklaut. Natürlich wurde doch gelacht und einiger Spot ging auf uns nieder. Seither verbleibt unsere Fahne nicht mehr im Festzelt. Sie wurde, Gott sei Dank, später unter einem Wagen auf dem Festplatz wieder gefunden, allerdings beschädigt und verschmutzt.

1991 war auch die neue Fahne fertig, die im Jahr zuvor bestellt worden war, weil die alte Fetzen, Franzen und Fäden hängen ließ und nur noch Nostalgiezwecken dienen konnte. Nach ihrem alten Vorbild gefertigt wurde sie am 16. März 1991 auf dem Stiftungsfest von der Vorsitzenden des Unterkreises Nord Eva-Maria Gentsch geweiht und seither bei allen Anlässen mitgeführt.

Und 1992: Neue Hüte für die Damen, die auf der Versammlung einstimmig "dafür" plädierten. Und dann waren sie in ihrem Element, die Damen, an einem Schießabend, der 14. Februar war es, als alle infrage kommenden Modelle vorlagen! Das war ein Gewusel, ein ständiges gegenseitiges Begutachten bei ununterbrochenem Redeschwall und Gekicher. Und viel Zeit brauchte es natürlich, bis jede auch jedes Hüttchen aufprobiert hatte. Um so schneller, sehr zum Erstaunen der belustigten Schützenbrüder war man sich einig. Wären doch alle Schießabende so unterhaltsam!

Von beginn an schießen und fühlen sich Schützenbrüder, Schützenschwestern und Jungschützen aller Altersklassen in unseren Reihen recht wohl. Es herrscht eine nette Atmosphäre unter den anwesenden Vereinsmitgliedern die sich in dem gemütlichen Vorraum nach dem Schießen beim Klönen, Skatspielen, essen und trinken freundschaftlich unterhalten.

Leider verfügen wir nicht über eigene Schießstände. Wir sind aber in der glücklichen Lage die Schießstände der Schützengesellschaft Herrenhausen v. 1901 in der Dorotheenstr. mit zu benutzen, auf deren Ständen wir freitags abends regelmäßig mit Luftgewehr und der Luftpistole trainieren.